Ein letzter Strohhalm / heute in der BZ:

Noch will sich TuS Ringsheim nicht mit Abstieg befassen / Zu viele Kandidaten für Landesliga Süd
HANDBALL-SÜDBADENLIGA. Drei Punkte Rückstand auf den wahrscheinlich sicheren 11. Tabellenplatz bei noch vier Saisonspielen:

Die Lage des TuS Ringsheim ist bedrohlich. Vergeblich hatten sich die Ringsheimer am Sonntag bemüht, bei der ebenfalls gefährdeten Willstätter Reserve zu punkten.

Teambetreuer Gustav Bachmann freilich gibt nach dem Rückschlag von Willstätt die Hoffnung noch nicht auf: "Theoretisch ist es noch möglich, ans sichere Ufer zukommen. Erst wenn der Streich am Sonntag gegen Steißlingen nicht gelingt, dann" Die Partie in der heimischen Kahlenberghalle gegen den starken Tabellenzweiten aus dem Hegau am kommenden Wochenende wird also zum letzten Strohhalm. "Die Teams liegen so dicht beieinander. Wenn man da das entsprechende Durchhaltevermögen zeigt, kann es noch reichen" . Diese Gedanken Bachmanns sind legitim. Zudem zeigte sich das Team nach Ansicht einiger Beobachter zuletzt sehr motiviert und gewillt, seine Chancen zu nutzen.
Doch die ebenfalls gefährdeten Willstätter, die Bachmann als "überraschend stark" erlebte, spielten am vergangenen Spieltag da nicht mit, sondern nutzten ihre eigene Chance.

Nachvollziehbar ist, dass sich Bachmann (noch) nicht mit dem Abstieg und seinen Folgen beschäftigen will. Dabei gibt es reichlich spannende Gedankenspiele. Welche Landesliga-Staffel dem TuS in diesem Fall blüht, ist noch offen. Normalerweise würde der Verein, der zum Bezirk Freiburg gehört, der Südstaffel zugeordnet. Doch das träfe nach aktuellem Stand auch auf die anderen drei Süd badenligisten (TV Grenzach, HG Müllheim/Neuenburg und SG Waldkirch/ Denzlingen) zu, die derzeit auf den Abstiegsrängen stehen. Ein deutliches Ungleichgewicht. Fest steht indes, dass die Landesligen in Südbaden auch künftig jeweils mit 14 Teams bestückt sein werden. Adalbert Kammerer, der Leiter der Nordstaffel, geht die Sache pragmatisch an: "Am Ende der Saison haben wir 28 Teams, die für die Landesligen qualifiziert sind. Daraus sind dann zwei Staffeln zu bilden" . Wobei zunächst das Angebot ergeht, dass sich die Vereine aus Grenzbereichen — zum Beispiel TuS Ringsheim, TuS Oberhausen, Aufsteiger TV Herbolzheim oder TuS Gutach — freiwillig entscheiden können. Deren Interesse richtet sich naturgemäß darauf, die lokalen Rivalen in der gleichen Klasse anzutreffen.

Das Prinzip der Freiwilligkeit hat in der Vergangenheit meist funktioniert, auch wenn Kammerer und Kollegen manchmal mit Engelszungen reden mussten. Der TV Sulz zum Beispiel hatte sich in der Saison 2003/04 freiwillig in die Südstaffel begeben, dort den dritten Platz belegt, und war, nachdem sich die Lage verändert hatte, in der folgenden Spielzeit in den Norden zurückgekehrt.

Falls sich doch keine Freiwilligen finden sollten, setzen sich die Staffelleiter an den Computer und rechnen die Kilometerdistanzen der betroffenen Vereine aus. Hernach wird nach Faktenlage entschieden.